Wölfe in Horst: 3 Schafe „Im Feld“ gerissen

Aktualisiert: 29. Nov 2018



Klaus Otto Magnussen und seine Frau Andrea vor dem gerissenen Scha


Horst (tp) - Grausiger Fund heute morgen in Heisterende. Das Bauernpaar Andrea und Klaus Otto Magnunssen aus Rethwisch und Jan Panje aus Grevenkop entdeckten auf der Horster Weide in der Nähe von „Im Feld“ den toten Körper eines Schafes. Ein weiteres lebte noch, wurde allerdings wenig später vom Tierarzt Dr. Eberhard Hönicke eingeschläfert.

Der Anblick dieser Tiere ist nichts für schwache Nerven. „Die Wölfe haben sich durch den Brustkorb gefressen und das Herz gefressen.“, erklärte der Tierarzt gegenüber der Moin Holstein. Das Paar Magnussen ist entsetzt und zugleich wütend.

„Seit drei Wochen telefoniere ich mit dem Ministerium. Zäune haben sie uns versprochen und nun antworten sie nicht mal mehr auf meine Mails. Gar nicht passiert. Rein gar nichts!“, so der Landwirt.

Dabei mehren sich die Sichtungen und Risse der Wölfe. Alleine in den letzten Monaten kommt der Isegrim nicht mehr aus den Schlagzeile. Ganze sieben Tiere haben die Magnussens durch den Wolf verloren - in diesem Jahr! Auch ein junges Rind wurde getötet. Jens Panje hat ebenfalls Schafe in Horst stehen. Seine Herde wurde bisher noch nicht angegriffen.

“Meine stehen am Mühlenweg und am Sportplatz“, so Panje, der fassungslos auf das gerissene Schaf blickt. Erschreckend ist die Taktung der Ereignisse.

„Früher gab es vielleicht drei bis vier Berichte im Jahr über wildernde Hunde die Schafe überfielen. Heute sind es Wölfe und wir beobachten hier ein wöchentliches Geschehen.“, so Tierarzt Hönicke, der seit über 40 Jahren diese Tätigkeit ausübt und den Wolf als ernstzunehmende Gefahr betrachtet.

„Gewisse Hunde müssen einen Maulkorb tragen und der Wolf läuft frei herum. Das passt nicht zusammen“, erklärt Hönicke weiter.


Wer sich mit dem Thema intensiver beschäftig merkt schnell, dass der Wolf direkt vor unserer Haustür immer agiler wird. In Lägerdorf wird über Wolfsgeheule berichtet, in Glückstadt soll ein Wolf eine Frau angeknurrt haben, heute der Riss in Horst und ebenfalls in Westerhorn. Davor in Kollmar, Rethwisch, Mohrdieck.

Das Problem sieht der Tierarzt darin, dass der Wolf machen kann was er will. „Er gewöhnt sich daran, dass ihm nicht passiert. Es gibt Berichte aus Niedersachsen, dass die Schüsse bei Treibjagden die Wölfe anlocken weil sie verknüpft haben, dass es dann Nahrung gibt.“, so der Veterinär.

Doch so lange der Wolf durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt ist ist es strafbar, einen Wolf zu erlegen. Freiheitsstrafen oder hohe Geldstrafen drohen. Und was passiert, wenn der Mensch auf einen oder mehrere Wölfe trifft? Das Ministerium für Landwirtschaft stellt für diesen Fall 15 Verhaltensregel online. Infos dazu unter www.schleswig-holstein.de



Der Wolf in Deutschland


Die letzten ursprünglich im Gebiet des heutigen Deutschland lebenden Wölfe wurden bis spätestens 1850 ausgerottet. Die ab der Mitte des 19. Jahrhunderts bis Ende des 20. Jahrhunderts in Deutschland angetroffenen Wölfe waren wahrscheinlich ausnahmslos Zuwanderer.Im Jahr 2000 wurde im sächsischen Teil der Lausitz erstmals wieder eine erfolgreiche Reproduktion (Welpenaufzucht) des Wolfes in Deutschland nachgewiesen. Seitdem hat der Bestand an Wölfen kontinuierlich zugenommen; das Verbreitungsgebiet hat sich beständig vergrößert und auf große Teile der Bundesrepublik ausgedehnt. Im Erfassungszeitraum (Monitoringjahr) 2016/17 gab es in sieben Bundesländern insgesamt 73 Rudel oder Paare; die Geburt von 218 Welpen wurde registriert.[4] Durchziehende Einzeltiere wurden mit Ausnahme der drei Stadtstaaten und des Saarlandes in allen Bundesländern beobachtet.

Mit der wachsenden Zahl an Wölfen nahmen Angriffe von Wölfen auf Weidetiere zu, insbesondere auf Schafe und Ziegen. Fast alle Bundesländer sehen deshalb Ausgleichszahlungen an Weideviehhalter vor und fördern Herdenschutzmaßnahmen wie Elektrozäune.[98] Wölfe, die ihre natürliche Scheu vor Menschen vermissen lassen, versucht man durch Vergrämung fernzuhalten; auch Ausnahmegenehmigungen zur „Entnahme“ eines Wolfs aus dem Bestand beziehungsweise zu seiner Tötung können erteilt werden.[99] Von 1990 bis Ende Januar 2018 wurden in Deutschland 233 Wölfe tot aufgefunden; 162 davon waren Verkehrsopfer, 32 waren illegal getötet worden.[100] Der Wolf ist in Deutschland eine durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Tierart; die vorsätzliche Tötung eines Wolfes gilt als Straftat und kann, ebenso wie der „versehentliche“ Abschuss eines Wolfes, mit einer Freiheitsstrafe geahndet werden. (Quelle: Wikepedia)

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