Auf dem Weg zur Pflege-Meisterschaft



50 Fragen aus verschiedenen Bereichen der Pflege beantworten – wer das gut schafft, ist dem Sieg bei der Deutschen Meisterschaft der Pflege schon ein ganzes Stück näher. Für Jandina Prigge kein Problem: Die 22-Jährige, die im dritten Ausbildungsjahr zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin im Klinikum Itzehoe ist, schnitt beim Vorentscheid als Beste in Schleswig-Holstein ab. Im Juni darf sie ihr Bundesland beim Finale in Berlin vertreten – sofern es wegen der Corona-Krise wie geplant stattfinden kann.

Die ersten Hürden, um überhaupt bis zum Vorentscheid zu kommen, musste die gebürtige Brunsbüttelerin allerdings schon vorher nehmen: Ein Notendurchschnitt von 2,0 oder besser wird vom Deutschen Verein zur Förderung pflegerischer Qualität, der die Meisterschaft ausrichtet, ebenso erwartet wie ein Ehrenamt. „Ich bin Klassensprecherin und engagiere mich bei uns in der Lernwerkstatt“, erklärt Jandina Prigge. Bei dem Angebot der Schule für Pflegeberufe nehmen ältere Auszubildende Schüler aus dem ersten Jahr unter ihre Fittiche und vermitteln ihnen Unterrichtsinhalte. „Wir versuchen, Theorie und Praxis zu verknüpfen und die Schüler gut auf ihren allerersten Praxiseinsatz vorzubereiten.“ Weil ihr das viel Freude bereitet, hat Jandina Prigge auch das Ziel, später Praxisanleiterin zu werden: „Es macht mir Spaß, Schülern Sachen zu zeigen und zu erklären und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.“

Dass sie in der Pflege arbeiten möchte, stand für die 22-Jährige nach verschiedenen Praktika fest. „Ich wollte einen Beruf erlernen, bei dem ich mit Menschen arbeiten kann“, sagt sie. Dass die Entscheidung für die Ausbildung und insbesondere für die Kinderkrankenpflege goldrichtig war, erlebt Jandina Prigge jeden Tag. „Kinder sind super dankbar – egal, wie gemein sie es empfinden, dass sie krank sind, sie sind trotzdem froh, dass man sich um sie kümmert.“ Und auch die Dankbarkeit der Eltern, wenn es dem Nachwuchs wieder besser geht, sei motivierend. Im Klinikum Itzehoe fühle sie sich rundum wohl. „Es ist familiär, man kennt sich – ich möchte auf jeden Fall hier bleiben. Auch bei der Ausbildung ist alles wunderbar.“

Der Titel „Deutsche Meisterin“ wäre das i-Tüpfelchen. Um es zu erreichen, müssen die Finalisten an zwei Tagen verschiedene Tests absolvieren, eine Klausur schreiben und praktische Aufgaben lösen. Auch eine pflegerische Beratung muss dargestellt und ein Pflegeplan geschrieben werden. Wer als Sieger gekürt wird, gewinnt eine Reise nach New York plus Taschengeld, der Zweitplatzierte darf nach London reisen, der dritte Sieger nach Berlin. Verlockende Aussichten – aber nicht der Hauptgrund für Jandina Prigges Teilnahme: „Ich finde es schön, wenn man für gute Leistungen gewürdigt wird.“ Und außerdem könne der Wettbewerb vielleicht auch ein bisschen dazu beitragen, Pflegeberufe attraktiver zu machen. „Die Pflege sollte mehr Anerkennung finden, denn sie betrifft letztlich jeden.“

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„Ich bin schon ein bisschen stolz“: Jandina Prigge vertritt Schleswig-Holstein bei der Deutschen Meisterschaft der Pflege.